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Entwicklungszusammenarbeit

Der ghanaische finanzminister Ofori-Atta und der Staatssekretär des BMZ, Dr. Kitschelt, unterzeichnen eine Vereinbarung zur Reformpartnerschaft

Unterzeichnung Reformpartnerschaft, © Bundesregierung/ Jesco Denzel

25.01.2018 - Artikel

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein wichtiger Stützpfeiler der deutsch-ghanaischen Beziehungen.

Unser gemeinsames Ziel ist es, Ghanas Status als Land mittleren Einkommens („lower middle income country“) durch die Förderung eines tragfähigen, armutsorientierten und breitenwirksamen Wirtschaftswachstums zu festigen.

Die deutsch-ghanaische bilaterale Entwicklungszusammenarbeit nutzt dafür Instrumente wie zum Beispiel Darlehen und Zuschüsse, Capacity Building und Beratung, sowie Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit wird in Ghana durch die Durchführungsorganisationen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Kreditanstalt für Wiederaufbau Entwicklungsbank (KfW) und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) gemeinsam mit den ghanaischen Partnern umgesetzt.

Daneben wird Ghana durch multilaterale Institutionen (Weltbank, African Development Bank) unterstützt, die ebenfalls von der Bundesregierung gefördert werden. Außerdem fließen auch über die Europäische Union Mittel der Bundesregierung in die Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana.

Deutschland und die Europäische Union unterstützen gemeinsame Berufliche Bildung (TVET)
Botschafter Retzlaff bei seiner Rede anlässlich des 50jährigen Bestehens des Accra Technical Training Centre (ATTC), einem Kooperationspartner der Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Berufliche Bildung (November 2017).© GIZ

Den großen Rahmen für die Zusammenarbeit mit Ghana bilden die Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) der Vereinten Nationen. Daneben bietet die ghanaische Armutsbekämpfungsstrategie (Shared Growth and Development Agenda – GSGDA) die Grundlage für unsere Kooperation. Deutschland unterstützt aktiv die internationale Wirksamkeitsagenda (development effectiveness) und sieht sich als Teil der „aid architecture“ – weltweit und in Ghana.

Ghana gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet.

Seit der Aufnahme der bilateralen Beziehungen 1957 hat Deutschland über 1,75 Milliarden Euro für nachhaltige Entwicklung in Ghana bereitgestellt. Für die Zeitspanne von 2018 bis 2020 beläuft sich die bilaterale Unterstützung für Ghana auf 145,2 Millionen Euro. Die nächsten Regierungsverhandlungen über die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana werden 2020 stattfinden.

Aufgrund seiner Reform- und Privatwirtschaftsorientierung ist Ghana eines der derzeit 12 Mitgliedsländer der G20 Compact with Africa (CwA) Initiative und seit Ende 2017 auch Reformpartnerland des BMZ. Die Reformpartnerschaft soll die Anstrengungen Ghanas unter dem CwA flankieren und zusätzliche Investitionen des Privatsektors im Bereich Erneuerbare Energien und Energieeffizienz mobilisieren. Nach dem Prinzip „Fördern und Fordern“ wird die zusätzliche Unterstützung an die Umsetzung von Reformschritten geknüpft (z.B. Entschuldung des Sektors, Schaffung von Transparenz und Wettbewerb).

Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana

Vor dem Hintergrund Ghanas Status als „lower middle income country“ und als Reformpartnerland und in Abstimmung mit den Prioritäten der ghanaischen Regierung konzentriert sich die deutsche bilaterale Entwicklungszusammenarbeit auf folgende vier Schwerpunkte:

  • Landwirtschaft: Nachhaltige Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Marktorientierung des Agrarsektors insbesondere mit Fokus auf Wertschöpfungsketten.
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (inkl. Berufliche Bildung): Unterstützung der Reform des Berufsbildungssektors, Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit sowie Verbesserung des Zugangs zu Finanzdienstleistungen.
  • Gute Regierungsführung / Dezentralisierung: Förderung der Teilhabe an lokalen Entscheidungsprozessen, Verbesserung der Lebensbedingungen durch leistungsfähige Kommunalverwaltungen, Steigerung der Steuereinnahmen und Stärkung der innerstaatlichen Rechenschaftspflicht.
  • Reformpartnerschaft / Erneuerbare Energien und Energieeffizienz: Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Investitionen über  Grüne Kreditlinie für KKMU und Haushalte, Netzausbau (Gründe Korridore), Risikominderungsinstrumente für Privatsektor, Förderung beruflicher Bildung.

Daneben engagiert sich die deutsche bilaterale Entwicklungszusammenarbeit auch punktuell im Bereich des nachhaltigen Managements und Recyclings von Elektroschrott.

Einen wichtigen Beitrag leisten zudem zahlreiche deutsche nichtstaatliche Organisationen wie politische Stiftungen, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen (NROs), die im Bereich der nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit in Ghana aktiv sind. Darüber hinaus unterstützt die deutsche Botschaft über Kleinstprojekte ghanaische Nichtregierungsorganisationen direkt.

Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

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