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Außenpolitik

27.11.2017 - Artikel

Stand: November 2017

Gute Nachbarschaft

Ghana betreibt seit Jahrzehnten erfolgreich eine Politik guter Nachbarschaft, regionaler Integration und panafrikanischer Ausrichtung. Ein gutes Verhältnis besteht insbesondere auch zum größten ECOWAS-Mitgliedstaat Nigeria, der für Ghana ein wichtiger Öl- und Gaslieferant ist.

Seinen internationalen Partnern präsentiert sich Ghana als ein Beispiel für eine im Grundsatz stabile und nachhaltige Entwicklung in Westafrika. Die Erfolgsbilanz umfasst insbesondere den 20-jährigen Demokratisierungsprozess mit als frei und transparent anerkannten Wahlen und wiederholt gewaltlosem Übergang der Regierungsgewalt von der Regierung auf die Opposition (zuletzt im Dezember 2016). Hinzu kommen die Wahrung der Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie die Umsetzung des "African Peer Review Mechanism"

Regionale Kooperation

Ghana ist aktives Mitglied in der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und engagiert sich in besonderem Maße in den Friedens- und Stabilisierungsprozessen der ECOWAS. Ein wichtiger Beitrag ist das Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC) in Accra, an dem Soldaten, Polizisten und Zivilisten aus ECOWAS-Ländern auf die Teilnahme an internationalen Friedensmissionen vorbereitet werden. Ghana ist 2017 außerdem mit etwa 2.800 Soldaten und Polizisten der fünftgrößte afrikanische Truppensteller und zehntgrößter Truppensteller weltweit für Einsätze der Vereinten Nationen. 

Beziehungen zur EU

Ghana betrachtet die Europäische Union (EU) als Vorbild für die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und den Euro als Muster für die angestrebte westafrikanische Gemeinschaftswährung. Die Mitgliedsländer der Europäischen Union sind wichtige Abnehmer ghanaischer Exporte.

Ghana ist an der Umsetzung des "Economic Partnership Agreement" (EPA) zwischen der EU und der ECOWAS interessiert, mit dem die Mitgliedstaaten privilegierten Zugang zum europäischen Binnenmarkt erlangen und – reziprok – der westafrikanische Markt teilweise für europäische Ausfuhren geöffnet würde.  Die Mehrheit der ECOWAS-Staaten (außer Nigeria und Gambia sowie Nicht-ECOWAS-Mitglied Mauretanien) hat das Abkommen bereits unterzeichnet. Es kann aber erst nach Unterzeichnung aller Mitglieder und der Ratifizierung durch eine qualifizierte Mehrheit der Vertragspartner in Kraft treten. Um als ECOWAS-Staat mit Status als „lower-middle-income-country“ die bestehenden Marktzugangspräferenzen (zoll- und quotenfreien Marktzugang zur EU) nicht zu verlieren, hat Ghana im August 2016 ein bilaterales Interim-EPA mit der EU unterzeichnet und ratifiziert. Das Interim-EPA wird seit Dezember 2016 vorläufig angewendet.

Die Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union mit Ghana ist umfassend.

Weitere Informationen

Ghana ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: