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Beziehungen zu Deutschland

30.11.2017 - Artikel

Stand: November 2017

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Ghana sind freundschaftlich. Ghana ist für Deutschland ein zentraler Partner in der Region. Dies zeigt sich nicht zuletzt an der unter der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 erfolgten Aufnahme Ghanas in die G20-Initiative „Compact with Africa“.

Präsident Akufo-Addo reiste im Juni 2017 zur G20-Afrika-Konferenz nach Berlin. Umgekehrt reisten in jüngster Zeit hochrangige Delegationen aus Deutschland nach Ghana, so u.a. die Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages für englischsprachige Staaten West- und Zentralafrikas im Juni 2017 sowie die Staatssekretäre Dr. Kitschelt (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und Gatzer (Bundesministerium der Finanzen) im Juli 2017. 

Deutschland ist in Ghana in großer Bandbreite vertreten:
Von den politischen Stiftungen unterhalten die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung vor Ort eigene Büros.

Seit 2011 ist die Deutsche Wirtschaft mit einem Delegiertenbüro in Accra präsent. Auch Germany Trade and Invest (gtai) ist seit Anfang 2014 mit einem Korrespondenten vertreten.

Die Kulturmittler – wie das Goethe-Institut, aber auch Institutionen wie die German-Swiss International School GSIS und der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD – fördern den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch der beiden Länder.

Ghana ist ein Schwerpunktland der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist seit 1983 mit einem Büro in Accra vertreten, auch die KfW Entwicklungsbank und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) haben seit 2008 Büros in Accra. Darüber hinaus sind die Deutsche Welle Akademie sowie die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation im Rahmen der EZ in Ghana vertreten.

Die Kirchen (darunter Misereor und der Evangelische Entwicklungsdienst) sind zum Beispiel in den Bereichen ländliche Entwicklung und Berufsbildung aktiv. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat einen Pfarrer nach Ghana entsandt.

Im Bereich der Friedenssicherung und Krisenprävention engagiert Deutschland sich für die Bildung und Stabilisierung regionaler Sicherheitsstrukturen, beispielsweise über das Angebot des Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC), das 2004 mit einem maßgeblichen Beitrag Deutschlands ins Leben gerufen wurde. Deutschland unterstützt das Zentrum bei der Ausbildung von Soldaten für friedenserhaltende Missionen der Vereinten Nationen (VN), der Afrikanischen Union (AU) und der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) sowie von Polizisten und Zivilpersonal für Einsätze in Postkonflikt-Situationen. Dazu sind auch ein deutscher Polizeiberater und ein deutscher Militärberater entsandt.

Darüber hinaus unterstützt Deutschland im Rahmen des Ausstattungshilfe-Programms durch eine Bundeswehrberatergruppe Ghana beim Aufbau eines Pionierregiments als Teil der vorgesehenen Eingreiftruppe von Afrikanischer Union und ECOWAS.

Wirtschaftliche Beziehungen

Ghana war im Jahr 2016  Deutschlands viertgrößter Handelspartner in Subsahara-Afrika nach Südafrika, Nigeria und Côte d’Ivoire. Das bilaterale Handelsvolumen mit Deutschland belief sich im Jahr 2016 auf 584 Millionen. Sowohl die deutschen Exporte nach Ghana (2015: 266 Millionen Euro, 2016: 303 Millionen Euro) als auch die Importe aus Ghana (2015: 270 Millionen, 2016: 281 Millionen Euro) haben gegenüber 2015 zugenommen.

Die Zukunft der Wirtschaftsbeziehungen wird insbesondere von den Bereichen Erneuerbare Energien, Wertstoff- und Abwassermanagement und nachhaltige Entwicklung geprägt sein. Die von der Delegation der deutschen Wirtschaft in Ghana organisierte "West African Clean Energy and Environment Exhibition and Trade Fair" (WACEE) hat sich nicht nur als bedeutendste Umwelt- und Energiemesse, sondern als größte (und internationalste) Wirtschaftsmesse in ganz Westafrika etabliert. Auch bei der fünften Messe im September 2016 war das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit einem Pavillon für 12 deutsche Firmen unter der Dachmarke "Made in Germany" vertreten.

Die neue Regierung unter Präsident Akufo-Addo hat sich zum Ziel gesetzt, die Wirtschaft Ghanas insbesondere durch Privatinvestitionen und Stärkung von Privatunternehmen anzukurbeln und bestehende Hürden für Investitionen aus dem Ausland abzubauen.

Entwicklungszusammenarbeit

Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana sind:

  • Gute Regierungsführung (Beratung zu Politikgestaltung und Implementierung auf dezentraler Ebene, Finanzierung der lokalen Ebene, Beratung zu gutem öffentlichen Finanzmanagement)
  • Landwirtschaft (Wertschöpfungskettenansatz, Produktion und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, ländliche Finanzierung)
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (Finanzsystementwicklung und berufliche Bildung).

Im Rahmen der letzten Regierungsverhandlungen (Juni 2015) wurde zudem vereinbart, im Gestaltungsspielraum die Zusammenarbeit auf den Bereich Recycling von Elektroschrott auszudehnen. Außerdem arbeitet Deutschland im Gestaltungsspielraum mit der ghanaischen Regierung im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz zusammen.

Die Gesamtmittelzusagen für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana belaufen sich seit 1956 auf über 1,5 Milliarden Euro.

Kulturelle Beziehungen

Seit über 50 Jahren ist ein Goethe-Institut in Accra mit Sprachunterricht, Sprachprüfungen und einem breit gefächerten Kulturprogramm aktiv.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt von seiner Niederlassung in Accra aus den Studenten- und Wissenschaftsaustausch und wirbt für den Hochschulstandort Deutschland. Derzeit bestehen 22 bilaterale Hochschulkooperationen zwischen Ghana und Deutschland.

Die ehemals schweizerische "German-Swiss International School" (GSIS) in Accra ist seit dem Schuljahr 2012/2013 eine Auslandsschule unter alleiniger Förderung der Bundesregierung. Im Rahmen der Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amts werden außerdem die "Accra Academy" und die "Wesley Girls Secondary High School" in Accra sowie die "Opoku Ware School" in Kumasi in ihren Bemühungen um die Förderung der deutschen Sprache unterstützt.

Die Forschungsinitiative "West African Science Services Centre for Climate Change and Adapted Land Use" (WASCAL) wurde 2012 von zehn westafrikanischen Staaten (Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Togo) und Deutschland gegründet, um die wissenschaftliche Vernetzung im Bereich der Klimaforschung  und die Anpassung an den Klimawandel und nachhaltige Landnutzung in Westafrika zu stärken. WASCAL wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und gemeinsam mit westafrikanischen und deutschen Partnern umgesetzt. Die Koordination des Projektes liegt beim Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn.

Im Rahmen der Internationalen Sportförderung des Auswärtigen Amts und durch die Vermittlung der Botschaft nehmen ghanaische Trainer und Sportlehrer regelmäßig an Trainer-Kursen der Universität Leipzig für verschiedene Sportarten teil. Der Sportunterricht an ghanaischen Schulen wird von der Botschaft im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch die Übergabe von Sportausrüstungen gefördert.

Weitere Informationen

Ghana ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Der Internet- oder Vorauszahlungbetrug ist ein kriminelles Geschäftsmodell, das in letzten Jahren vermehrt auch von Ghana aus betrieben wird. Die Täter versenden Emails und suchen Internetbekanntschaften, die unter allerlei wirtschaftlichen oder humanitären Vorwänden aber auch durch das Vorgaukeln von Gefühlen finanziell ausgenommen werden sollen ...