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Beziehungen zu Deutschland

31.10.2018 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Ghana sind intensiv und eng. Ghana ist für Deutschland ein zentraler Partner in Westafrika. Dies zeigt sich nicht zuletzt an der unter der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 erfolgten Aufnahme Ghanas in die G20-Initiative „Compact with Africa“ und den Abschluss einer bilateralen „Reform- und Investitionspartnerschaft“, ebenfalls in 2017.

Höhepunkte waren der Staatsbesuch von Bundespräsident Steinmeier in Ghana im Dezember 2017 und der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im August 2018. Die Bundeskanzlerin folgte damit der Einladung des ghanaischen Staatspräsidenten Akufo-Addo, mit dem sie während seiner Amtszeit  zuvor schon mehrere Male zusammengetroffen war:  im Juni 2017 aus Anlass der G20-Afrika-Konferenz in Berlin, Ende 2017 beim AU-EU-Gipfel in Abidjan und im Februar 2018 anlässlich eines offiziellen Besuchs zur Teilnahme an Wirtschaftsforen in Dortmund und Berlin.

Deutschland ist in Ghana in großer Bandbreite vertreten:
Von den politischen Stiftungen unterhalten die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung vor Ort eigene Büros.

Seit 2011 ist die Deutsche Wirtschaft mit einem Delegiertenbüro in Accra präsent. Auch Germany Trade and Invest (gtai) ist seit Anfang 2014 mit einem Korrespondenten vertreten.

Die Kulturmittler wie das Goethe-Institut, aber auch Institutionen wie die German-Swiss International School (GSIS) und der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD, fördern den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch der beiden Länder.

Ghana ist ein Schwerpunktland der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist seit 1983 mit einem Büro in Accra vertreten, auch die KfW Entwicklungsbank und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) haben seit 2008 Büros in Accra. Darüber hinaus sind die Deutsche Welle Akademie sowie die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation in Ghana vertreten.

Die Kirchen (darunter Misereor und Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst) sind u.a. in den Bereichen ländliche Entwicklung und Berufsbildung aktiv. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat 2017 nach längerer Vakanz erneut einen Pfarrer nach Ghana entsandt.

Im Bereich der Friedenssicherung und Krisenprävention engagiert Deutschland sich für den Aufbau und die Stabilisierung regionaler Sicherheitsstrukturen, z.B.  über das “Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre “ (KAIPTC), das 2004 mit maßgeblichem Beitrag Deutschlands ins Leben gerufen wurde. Deutschland unterstützt das Zentrum bei der Ausbildung von Soldaten für friedenserhaltende Missionen der Vereinten Nationen (VN), der Afrikanischen Union (AU) und der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) sowie von Polizisten und Zivilpersonal für Einsätze in Postkonflikt-Situationen. Dazu sind auch ein deutscher Polizeiberater und ein deutscher Militärberater entsandt.

Darüber hinaus unterstützt Deutschland im Rahmen des Ausstattungshilfe-Programms durch eine Bundeswehrberatergruppe Ghana beim Aufbau eines Pionierregiments als Teil der vorgesehenen Eingreiftruppe von Afrikanischer Union und ECOWAS.

Deutschland stellt ferner Ausrüstung für insgesamt vier ECOWAS-Koordinierungszentren für Maritime Sicherheit im Golf von Guinea zur Verfügung, von denen sich eines in Accra befindet.

Wirtschaftliche Beziehungen

Ghana ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschland in Subsahara-Afrika. Das bilaterale Handelsvolumen mit Deutschland betrug im Jahr 2017 481 Mio. Euro (2016: 584 Mio. Euro). Die deutschen Exporte nach Ghana betrugen 266 Mio. Euro (2016: 302 Mio. Euro),  die Importe aus Ghana 215 Mio. Euro (2016: 281 Mio. Euro). Die ghanaische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Wirtschaft Ghanas, insbesondere durch die Stärkung von Privatunternehmen, anzukurbeln und bestehende Hürden für Investitionen aus dem Ausland abzubauen. Ghana ist Mitglied der unter deutscher G20-Präsidentschaft gestarteten G20-Initiative „Compact with Africa“, die darauf abzielt, die Rahmenbedingungen für private Investitionen zu verbessern und damit mehr Innovation  und Beschäftigung in Afrika zu schaffen.

Die Zukunft der Wirtschaftsbeziehungen wird insbesondere von den Bereichen Erneuerbare Energien, Wertstoff- und Abwassermanagement und nachhaltige Entwicklung, vor allem in den Bereichen Automatisierung und berufliche Bildung, geprägt sein. Die von der Delegation der deutschen Wirtschaft in Ghana organisierte „West African Clean Energy and Environment Exhibition and Trade Fair“ (WACEE) hat sich nicht nur als bedeutendste Umwelt- und Energiemesse, sondern als größte (und internationalste) Wirtschaftsmesse in ganz Westafrika etabliert.

Das Interesse deutscher Unternehmen an Ghana wächst. Mehrere Unternehmen haben kürzlich regionale Westafrika-Büros in Ghana eröffnet.

Entwicklungszusammenarbeit

Ziel der deutsch-ghanaischen Entwicklungszusammenarbeit ist es, Ghanas Status als Land mittleren Einkommens („lower middle income country“) durch die Förderung eines tragfähigen, armutsorientierten und breitenwirksamen Wirtschaftswachstums zu festigen. Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana sind:

  • Reformpartnerschaft / Erneuerbare Energie und Energieeffizienz: Förderung einer privatsektorgetriebenen „Energiewende“ in Ghana hin zu einer erschwinglichen und nachhaltigen Energieversorgung;
  • Landwirtschaft: Nachhaltige Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Marktorientierung des Agrarsektors mit Fokus auf Wertschöpfungsketten;
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (inkl. Berufliche Bildung): Unterstützung der Reform des Berufsbildungssektors sowie Verbesserung des Zugangs zu Finanzdienstleistungen;
  • Gute Regierungsführung / Dezentralisierung: Förderung der Teilhabe an lokalen Entscheidungsprozessen, Verbesserung der Lebensbedingungen durch leistungsfähige Kommunalverwaltungen, Steigerung der Steuereinnahmen und Stärkung der innerstaatlichen Rechenschaftspflicht.

Daneben engagiert sich die deutsche bilaterale Entwicklungszusammenarbeit auch im Bereich Recycling von Elektroschrott.

Unter dem Dach des G20-Compact with Africa hat Deutschland im Dezember 2017 eine sogenannte Reformpartnerschaft mit Ghana vereinbart. Dazu wurden – unter dem Leitmotiv „Fordern und Fördern“ – zusätzliche 100 Mio. EUR zugesagt, die an eine Reform-Agenda gekoppelt und in Teilen konditioniert sind. Schwerpunkt der Reformpartnerschaft ist die Unterstützung Ghanas bei der Herbeiführung einer privatwirtschaftlich getriebenen Energiewende zu Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz sowie entsprechende berufliche Ausbildung.

Seit der Aufnahme der bilateralen Beziehungen 1957 hat Deutschland über 1,5 Milliarden Euro für nachhaltige Entwicklung in Ghana bereitgestellt. Für die Zeitspanne von 2015 bis 2017 beläuft sich die bilaterale Unterstützung für Ghana auf 141,1 Mio. Euro zzgl. 100 Mio. Euro aus der Reformpartnerschaft. Die nächsten Regierungsverhandlungen über die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana werden im Herbst 2018 stattfinden.

Kulturelle Beziehungen

Seit über 50 Jahren ist ein Goethe-Institut in Accra mit Sprachunterricht, Sprachprüfungen und einem breit gefächerten Kulturprogramm aktiv.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt von seiner Niederlassung in Accra aus den Studenten- und Wissenschaftsaustausch und wirbt für den Hochschulstandort Deutschland. Die Zahl der DAAD-Stipendien für ghanaische Studenten ist in den letzten fünf Jahren um mehr als 60 Prozent gestiegen. Derzeit bestehen zahlreiche bilaterale Hochschulkooperationen zwischen Ghana und Deutschland. Die University of Education in Winneba und das Ghana Institute of Languages in Accra und Kumasi bieten Studiengänge in Deutsch als Fremdsprache bzw. Germanistik und Übersetzung an.

Die „German-Swiss International School“ (GSIS) in Accra ist seit dem Schuljahr 2012/2013 eine Auslandsschule unter alleiniger Förderung der Bundesregierung. Im Rahmen der Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amts (PASCH) wird außerdem der Deutschunterricht an der  „Accra Academy“ und an der „Wesley Girls Secondary High School“ in Accra sowie an der „Opoku Ware School“ in Kumasi gefördert.

Die Forschungsinitiative „West African Science Services Centre for Climate Change and Adapted Land Use“ (WASCAL) wurde 2012 von zehn westafrikanischen Staaten (Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Togo) und Deutschland gegründet, um die wissenschaftliche Vernetzung im Bereich der Klimaforschung  und die Anpassung an den Klimawandel und nachhaltige Landnutzung in Westafrika zu stärken. WASCAL wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und gemeinsam mit westafrikanischen und deutschen Partnern umgesetzt. Die Koordination des Projektes liegt beim Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn.

Am African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) in Biriwa unterhält die Alexander-von-Humboldt-Stiftung einen Lehrstuhl für anwendungsbezogene Forschung.

Im Dezember 2017 wurde im Rahmen des Staatsbesuchs von Bundespräsident Steinmeier eine Vereinbarung zwischen der University of Ghana und einem Verbund deutscher Forschungseinrichtungen  unter der Leitung der Universität Freiburg zur Eröffnung eines Forschungskollegs „Nachhaltiges Regieren“ unterzeichnet. Das neue, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungskolleg „Maria Sybilla Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA)“ wird im Jahr 2018 seine Tätigkeit in Accra aufnehmen.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Ghana ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Der Internet- oder Vorauszahlungbetrug ist ein kriminelles Geschäftsmodell, das in letzten Jahren vermehrt auch von Ghana aus betrieben wird. Die Täter versenden Emails und suchen Internetbekanntschaften, die unter allerlei wirtschaftlichen oder humanitären Vorwänden aber auch durch das Vorgaukeln von Gefühlen finanziell ausgenommen werden sollen ...

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