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Kultur und Bildung

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Stand: Oktober 2018

Bildung

Bildung gehört zu den Prioritäten ghanaischer Politik. Die Ausgaben für das öffentliche Bildungswesen belaufen sich auf 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bzw. auf 20 Prozent der gesamten staatlichen Ausgaben (2016, Imani Ghana). Die Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen über 15 Jahren liegt bei 90,6 Prozent (2015). Die ghanaische Regierung möchte den Anteil von Mädchen und Frauen mit höheren Bildungsabschlüssen erhöhen und der Landbevölkerung besseren Zugang zu Bildung ermöglichen.

Die Schulpflicht beträgt elf Jahre. Sie gliedert sich in eine zweijährige Vorschule (Kindergarten), eine sechsjährige Primarstufe und eine dreijährige Mittelschule (Junior High School), die mit dem Basic Education Certificate (BECE) abschließt.

An die primäre Schulbildung kann sich eine dreijährige Ausbildung an einer Senior High School (SHS) als Sekundärschule anschließen, die zur allgemeinen Hochschulreife führt (West African Secondary School Certificate Examination, WASSCE). Daneben besteht die Möglichkeit, nach dem BECE ein berufsbildendes oder technisches Institut mit einer vierjährigen Ausbildungsdauer zu besuchen. Berufsschulen im engeren Sinne existieren nicht.

Mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 hat die Regierung die kostenlose Sekundärschule eingeführt, eines ihrer zentralen Wahlversprechen. Die Finanzierung des Programms, das die Abschaffung aller Schulgebühren sowie kostenfreie Unterkunft und Verpflegung in den Internatsschulen vorsieht, ist eine der großen Herausforderungen für die Regierung. Jährlich sollen in der ersten Phase ca. 90.000 Schülerinnen und Schüler von dem Programm profitieren.

Die Hochschullandschaft Ghanas befindet sich in einer Phase der massiven Expansion. Im Jahr 2015 (letzte zur Verfügung stehende Daten) weist der tertiäre Bildungssektor insgesamt 187 durch das National Accreditation Board anerkannte Universitäten, Colleges, Polytechnics und andere Institute (öffentlich sowie privat) auf. Daneben entstehen auch immer wieder nicht registrierte Institutionen, vor denen die Behörden warnen. Ein deutlich ansteigender Trend ist auch bei Ghanas Studierendenzahlen zu erkennen, mit einem Anstieg von 9.000 auf mehr als 350.000 zwischen 1987 und 2014.

Die Prioritäten der ghanaischen Regierung im Hochschulbereich sind verbesserter Zugang zu tertiärer Bildung, Sicherstellung der Hochschulfinanzierung, Förderung von Frauen sowie  gezielte Bewerbung von technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Studienangeboten. Um die Praxisanbindung und die berufliche Anschlussfähigkeit der Absolventen zu verbessern, werden derzeit die ghanaischen Polytechnics in technische Universitäten umgewandelt. Die Regierung erhofft sich dadurch einen Schub für die Natur- und Ingenieurswissenschaften.

Im Bereich der Kunsthochschulen existieren das National Film and Television Institute (NAFTI) in Accra, die Ghana Academy of Arts and Science in Accra, das College of Art in Kumasi sowie einige private Schauspielschulen.

Die Amtssprache in Ghana ist Englisch. Das Land ist von frankophonen Ländern umgeben. Als Fremdsprache nimmt Französisch mit rund 30.000 Schülern im Jahr den höchsten Stellenwert ein, gefolgt von Spanisch, Arabisch und Chinesisch. Deutsch lernen nach einer Erhebung aus dem Jahr 2015 etwa 2.000 Menschen in Ghana.

Kultur

Es gibt eine lebendige Kulturszene in Ghana, die ihren Ausdruck in bildender Kunst, Musik und Tanz findet. Es gibt ein nationales Symphonieorchester (das einzige staatliche in Westafrika), ein Tanzensemble und eine aktive Stiftung für moderne Kunst, die sich der Förderung und internationalen Vernetzung von ghanaischen Künstlern widmet.

Kultur wird in Ghana politisch wahrgenommen und diskutiert, aber aufgrund anderer Prioritäten kaum vom Staat wirksam gefördert und finanziert. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Erhalt des kulturellen Erbes und auf Bereichen wie Kunsthandwerk und Musik, die als potentiell tourismusfördernd gesehen werden. Erfolgreich etabliert hat sich das „Chale Wote“-Straßenfest, das jährlich Ende August in Accra stattfindet und Künstler und Publikum aus aller Welt bei Straßenkunst, Open-Air-Installationen und Workshops zusammenbringt.

Goethe-Institut, Alliance Française, British Council und Konfuzius-Institut sind in Accra vertreten.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Ghana ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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